Fußballverband Niederrhein e.V.
Kreis 11 - Rees - Bocholt

Fair-Play-Liga

fair play

Bei einer Arbeitstagung im Jahr 2011 haben alle Vereine entschieden das die F-Junioren eine Fair-Play-Liga spielen. Mannschaften die in einer normalen Rund spielen möchten müssen einen Antrag stellen.

Was ist FairPlay

FairPlay ist das sportliche Verhalten, welches über die vorgegebenen Regeln hinausgeht. Im Fairplay drückt sich die Haltung des Sportlers gegenüber seinem Gegner aus. Der sportliche Gegner wird als Partner gesehen oder zumindest als Gegner, dessen Würde selbst im härtesten Wettstreit zu achten ist.

Fairplay oder auch Fairness gebietet also:

  • die Anerkennung und Einhaltung der Spielregeln
  • den partnerschaftlichen Umgang mit dem Gegner
  • auf gleiche Chancen und Bedingungen achten
  • gewinnen wollen, aber nicht um jeden Preis
  • Haltung in Sieg und Niederlage bewahren

Fairplay ist demnach vor allem eine Einstellungssache, denn der Sportler, der das FairPlay beachtet, handelt nicht nur nach den Buchstaben der Regeln, sondern auch nach dem Geist der Regeln.

Unser Ziel ist es, FairPlay aktiv umzusetzen

Dieses Ziel wollen wir mit Hilfe der Kinder erreichen. Die Kinder der Altersklasse F-Junioren, spielen in dieser gesondert zusammengestellten Fairplay Liga. Die Spiele werden nicht von den üblich bekannten Schiedsrichtern geleitet. Unser Schiedsrichter ist der FairPlay-Gedanke. Die Aufsicht über FairPlay übernehmen ausschließlich beide Trainer. Natürlich spielen die Trainer in solch einem gewagten Konzept die tragende Rolle. Sie müssen den FairPlay-Gedanken aktiv vorleben und den Kindern schon im Training vermitteln. Da die Kinder in diesem Alter noch keinen Schiedsrichter kennen, werden sie ihn auch nicht vermissen. Automatisch wenden die Kinder ihre natürlichen Verhaltensregeln an und werden den FairPlay-Gedanken in ihrem Geist vertiefen.

Geht das?

Die Regeln im Kinderfußball sind einfach. Es gibt "Aus", "Tor-Aus", "Foul" und "Tor". Fertig!

Aus, Tor-Aus und Tor liegen klar auf der Hand. Einzig das Foulspiel ist genauer zu betrachten. Die Erfahrung zeigt uns aber, dass Kinder nicht absichtlich unfair spielen. Oft ist ein so genanntes Foulspiel einfach nur Unbeholfenheit und der Gegner fühlt sich gar nicht als Gefoulter. Oft ist auch zu beobachten, dass die Kinder nach einem Zusammenprall einfach wieder aufstehen und weiterspielen. Also, warum das Spiel unterbrechen und etwas bestrafen, was gar nicht passiert ist. Sollte sich ein Kind doch absichtlich oder vermutlich mehr unabsichtlich unfair verhalten, kann dies der eigene Trainer oft besser einschätzen als ein "Fremder" und somit besser auf das eigene Kind Einfluss nehmen. In diesem Fall wird das Spiel von den Trainern selbstverständlich unterbrochen.

So wollen wir FairPlay aktiv umsetzen

1.      Die Trainer vermerken auf dem Spielbericht, dass sie die FairPlay Regeln akzeptieren und tragen sich beide als verantwortliche Personen ein.

2.      Beide Trainer gehen mit den Mannschaften in die Mitte und begrüßen sich. Die Trainer appellieren den Fairplay Gedanken an die Spieler.

Kernsätze:

  • Der Spieler, der den Ball ausgespielt hat, lässt den Ball für den Gegner liegen.
  • Wer Foul spielt, lässt den Ball für den Gegner liegen und entschuldigt sich per Handschlag bei dem Gefoulten.
  • Motiviert eure Mitspieler, wenn etwas nicht so gut klappt.
  • Wir, beide Trainer, haben die Aufsicht und greifen aber nur im Notfall ein.

Die Trainer stehen gemeinsam am Spielfeldrand in der Coachingzone und demonstrieren den Kindern eine Einheit. Da es immer zu strittigen Situationen kommt, sind die Trainer dann doch gefordert. Wenn diese aber die Ruhe bewahren, überträgt sich das auf die Kinder und die aufkommenden Probleme werden sich schnell lösen.

Was bezwecken wir eigentlich mit unserer Aktion?

  1. Vorrangiges Ziel ist, den Kindern aktiv den FairPlay Gedanken zu vermitteln.
  2. Wenn sich in jungen Fußballerjahren die Eigenverantwortung im Spiel durchsetzt, werden es die Kinder mit zunehmendem Alter leichter haben auf dem Spielfeld die Balance zu bewahren.
  3. Sie werden nachhaltig von ihren eigenen Erfahrungen profitieren und später Gegenspielern und Schiedsrichtern mit mehr Respekt begegnen.
  4. Durch ihre anders gelernte Auffassung von FairPlay und Spaß am Spiel sind sie später in der Lage, aktiv auf dem Spielfeld mitzuarbeiten.
  5. Die Kinder werden es auch schaffen, ihren FairPlay Gedanken auf die Zuschauer zu übertragen.

Unser Fazit als Sportler:

Im Leben vieler Menschen und Völker (vor allem der Kinder) spielt Sport heute eine bedeutende Rolle. Das Grundprinzip des Fairplay gerät dabei leider immer mehr in Vergessenheit. Grund genug für uns, sich aktiv für mehr Fairplay einzusetzen, die Chance, die uns der Fußballsport bietet, zu nutzen und die Eigenverantwortung unserer jungen Fußballer/innen mehr zu schulen.


In der Fairplay-Liga zeigen die Kleinen den Großen, dass ein Unparteiischer nicht nötig ist, um fair und schön zu spielen. Für die Eltern ist es gar nicht so einfach, am Rande des Fußballplatzes zu stehen und nicht laut "Foul" zu rufen.